Kategorie: Geschichte

Wie die Brüder sagen, wurde der “Pflug” am 8. November 1776 gegründet, indem sich 18 Brüder der Johannisloge „Pilgrim“ entschlossen haben mit Genehmigung des Landesgroßmeisters eine eigene Loge zu gründen, da die Pilgrim Loge zu dieser Zeit über 300 Brüder als Mitglieder hatte; dieser Vorgang ist nicht ungewöhnlich, sondern wurde oft praktiziert.

 

So wurde am 8. November 1776 durch Überreichung der Stiftungsurkunde und durch Unterschrift der Brüder:

 

Ernst Herzog von Sachsen und Gotha

(Landesgroßmeister)

 

Bruder Johann – Wilhelm von Zinnendorf

(deputierter Landesgroßmeister)

 

Bruder Carl Alexander Freiherr von der Goltz

(Erster Großaufseher);

 

Bruder Friedrich von Castillon 

(Zweiter Großaufseher); und

 

Bruder Christoph von Rüdiger

(Großsekretär),

 

die 33. Johannis Loge in Berlin  gegründet.

 

In einem feierlich gestalteten Stiftungsfest wurde diese Urkunde übergeben und wie es offiziell hießt, die Loge mit dem Beinahmen „Zum Goldenen Pflug“ in „Ordnung gesetzt“. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch, dass die Loge unter dem Protector der drei vaterländischen Großlogen und ihrer Constitution „Seine Majestät König Wilhelm von Preußen“ stand. Als erster Vorsitzender Meister wurde der Bruder Christoph von Rüdiger als Logenmeister gewählt, bestätigt und eingesetzt und der die Loge von 1776 bis 1785 leitete. Nicht unerwähnt muss  in diesem Zusammenhang werden, dass zu dieser Gründung der  stellvertretende Protector und Ordensmeister der Großen Landes Loge der Freimaurer von Deutschland; Bruder Friedrich Wilhelm Nicolaus Carl, Kronprinz von Preußen, Königliche Hoheit mit  besonderer Huldigung den Schutz für die Johannis Loge „Zum Goldenen Pflug“ übernommen hat.

 

Schon bei der Gründung hatte die Loge ein Wappen in ähnliche Form wie dieses heute noch benutzt wird und als Zentrum einen Pflug zeigt.  Unter Beteiligung von über 200 Brüder wurde die Gründung und  das Stiftungsfest gefeiert. So konnte der eingesetzte Meister Vertreter aller Berliner und Brandenburger Logen begrüßen. Außerdem waren Abordnungen der Großloge aus Hamburg angereist.

 

Im Protokoll der Gründungsveranstaltung heißt im damals gebräuchlichen Sprachgebrauch wie folgt:

 

„Nachdem der Hochwürdige Logenmeister, Bruder v. Rüdiger als Stifter der Ehrwürdigen Loge zum Goldenen Pfluge, vermittels des gesetzmäßigen Zeremoniells den Hammer übernommen, und zum Logenmeister verordnet und bestellt, und solchergestalt die Hochwürdige Große Landes Loge beendigt ward; bedeckten der damalige deputierte Landes – Großmeister, der Hochwürdige Bruder v. Zinnerdorf, sowie die Hochwürdigen Brüder Großaufseher die Loge, und der Hochwürdige fing die Arbeit damit an, dass er die zu dieser Loge erforderlichen Beamte, erwählte.“

 

Die ersten Jahre nach der Gründung standen im Zeichen von Aufnahmen; so konnten zu Anfang jeden Monat Arbeiten mit Aufnahmen durchgeführt werden, so dass zum 50. Stiftungsfest bereits 88 einheimische Brüder und 57 auswärtige Brüder, z.B. aus Eberswalde, Neustadt, Kattenau, Zewitz, Angermünde usw. zählten. Anlässlich des 50. Stiftungsfestes am achten November 1826 wurde dem „Pflug“ ein Liedertext dargeboten mit insgesamt 184 zeige Strophen; leider ist der Textdichter nicht übermittelt.

 

Zum 100. jährigen Stiftungsfest gehörten zum Goldenen Pflug bereits 232 Brüder. und zum 150 Stiftungsfest 401 Brüder. Anlässlich dieses Stiftungsfestes wurde erwähnt, dass alle Vorsitzende Meister der Tochterlogen sowie die hohen Würdenträger der Altpreußischen Logen anwesend waren. Aus der Johannis Loge „Zum Goldenen Pflug“ gingen die Tochterlogen „Kurfürsten Luise – Henriette“ am 7 November 1900 und die Johannis Loge „Johann Wilhelm von Zinnerdorf“ am 14. September 1921 hervor.

 

Nach Überwindung der Inflation kam es zu Massenaufnahmen; ein großer Teil der Aufgenommenen verließ jedoch nach wenigen Jahren den Orden. Die Zahl der Brüder nahm ab 1930 beständig ab. Die nichtswürdigen Angriffe gegen die Freimaurerei (Ludendorff), die feindliche Haltung der NSDAP bewog viele Brüder die Loge zu verlassen. 1934 konnte noch das Weihnachtsfest unter großer Beteiligung der Schwestern, Freunden und Brüdern im Ordenshaus begangen werden. Doch am 16. Juli 1935 kam nicht nur für den „Pflug“, sondern für alle Logen in Deutschland, das Ende durch die Machthaber des 3. Reiches.  Während der „dunklen“ Jahre traf eine große Zahl von „Pflüger- Brüdern“ das Los des Soldatendasein und fanden auf den Schlachtfeldern den Tod.

 

Die daheim gebliebenen Brüder trafen sich einmal monatlich bis auch diese Zusammenkünfte durch Polizei und Partei kontrolliert wurden Die Bombernagriffe machten diesen Treffen ein Ende. Die amerikanische Besatzungsmacht hat sehr schnell auf Antrag die Wiedereinrichtung der Großen Landes Loge zugestimmt und somit konnte der „Goldene Pflug“ am 22. Juni 1946 wieder entstehen können. Im noch erhaltenen Flügel des Ordenshauses in der Eisenacher Strasse wurde der „Pflug“ durch den Ordensmeister Bruder Oehmen wieder aufgerichtet. Der erste Logenmeister, von 1946 bis 1969, war Bruder Otto Wirth. Bruder Wirth wurde 1949 zum Meister der dritten Ordensstufe gewählt. Unter seiner Leitung wurden monatlich das sehr beliebte Treffen aller Berliner Logenbrüder mit Schwestern und Gästen, stets mit Darbietungen berühmter Berliner Künstlern, durchgeführt.

 

1958 konnte die Loge noch 51 Brüder zählen doch durch das hohe Alter der Brüder schrumpfte die Bruderzahl überdurchschnittlich. Aber am 6. November 1976 feierte die Loge ihr 200. Stiftungsfest mit einer beeindruckenden Tempelarbeit mit 204 Brüdern und einem Jubiläumsball. Der Pflug hatte bereit 37 Brüder in seinen Reihen. 1994 haben sich 20 Brüder vom „Pflug“ zur Reaktivierung der Johannis Loge „Pegasus“ abgespalten.

 

Nach die Wiedervereinigung 1990 pflegten die Brüder vom „Goldenen Pflug“ in gemeinsamen Arbeiten der Logen „Minerva“, Aufwärts“ und „Pegasus“ die Brüderlichkeit.

 

Zum 225. Stiftungsfest am 10. November 2001 ging die Johannis Loge „Zum Goldenen Pflug“ in das Neue Jahrhundert. Die Brüder sind entschlossen, für den Bestand des Ordens, wie er ist und wie sie ihn lieben, voll und ganz einzustehen.